Das Buch
Stress abbauen, besser schlafen und leistungsfähig bleiben
Viele Berufstätige erholen sich nicht mehr richtig, trotz Feierabend, Wochenende und Urlaub. Das liegt selten an mangelnder Disziplin, sondern daran, wie der Körper unter Dauerbelastung arbeitet.
Taschenbuch und E-BookErscheint in Kürze. Der Link wird freigeschaltet, sobald das Buch gelistet ist.

Worum es geht
Er ist ein Alarmsystem, das zuverlässig anspringt, aber nicht mehr zuverlässig abschaltet. Dieses Buch erklärt, wie Stress, Schlaf und Erholung zusammenspielen und wie du Schritt für Schritt zu echter Regeneration zurückfindest. Wissenschaftlich fundiert, ohne Esoterik und ohne Durchhalteparolen.
Sympathikus, Cortisol, Schlafarchitektur. Verständlich erklärt und mit Quellen belegt.
Methoden für den Moment, in dem der Stress da ist, und Verfahren, die vorbeugend wirken. Beides mit Anleitung.
Aus einzelnen Techniken werden Routinen, die auch in vollen Wochen halten. In kleinen, realistischen Schritten.
Der Aufbau
Erst das Verständnis, dann der Werkzeugkoffer, dann die Umsetzung. Wer schon weiß, was er sucht, steigt direkt in Teil II ein.
Aus Kapitel 1. Jedes Kapitel schließt mit dieser Zusammenfassung und einer Seite für eigene Notizen.
Leseproben
Vier Stellen aus vier Kapiteln: einmal Theorie, einmal Schlaf, einmal eine vollständige Übung zum Mitmachen und einmal Ernährung. Die Auszüge sind gekürzt.
Gesunde Herzen schlagen unregelmäßig. Wie stark, verrät viel darüber, ob dein Nervensystem zwischen Anspannung und Erholung noch umschalten kann.
Unser Körper reagiert gleich, egal ob Säbelzahntiger oder Vorstandspräsentation. Der Unterschied liegt woanders:
Der Parasympathikus, insbesondere der Vagusnerv, ist dein körpereigenes Beruhigungssystem. Über verlängertes Ausatmen, Bauchatmung und Atempausen kannst du dieses System gezielt aktivieren. Genau deshalb funktionieren Soforttechniken wie die 4-6-8-Atmung: Sie bremsen den Sympathikus und heben den parasympathischen Tonus.
Die Herzratenvariabilität beschreibt die Fähigkeit deines Körpers, den zeitlichen Abstand zwischen einzelnen Herzschlägen flexibel anzupassen, je nachdem, was gerade gebraucht wird: Aktivität oder Entspannung. Eine hohe HRV zeigt, dass dein autonomes Nervensystem gut reguliert und du anpassungsfähig bist.
Ein regelmäßiger Herzschlag ist also, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, nicht gut, sondern ein Ausdruck von Stress.
Cortisol gilt als Stresshormon, Melatonin als Schlafhormon. Tatsächlich arbeiten beide als ein gemeinsames Signal, und den Takt dafür gibst du kurz nach dem Aufstehen vor.
Bisher ist das Hormon Cortisol nicht gut weggekommen, viele bezeichnen es als das Stresshormon. Das ist auch nicht falsch. Aber Cortisol ist nicht per se schlecht, ganz im Gegenteil. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Aktivierung und für deine Leistungsfähigkeit. Direkt nach dem Aufstehen steigt der Cortisolspiegel steil an, die sogenannte Cortisol Awakening Response. Dieser Anstieg hilft dir, wach zu werden, Energie zu mobilisieren und gut in den Tag zu starten.
Morgens signalisiert Cortisol deinem Körper: Jetzt beginnt der aktive Teil des Tages. Unterstütze das, indem du nach dem Aufstehen etwas trinkst, eine Kleinigkeit isst und möglichst viel Licht „konsumierst". Am besten sind einige Minuten draußen im Tageslicht. Auch eine hochwertige Tageslichtlampe kann helfen, deinen Körper zu aktivieren.
Etwa 12 bis 14 Stunden nach der Cortisol-Aktivierung beginnt, wenn die Umgebungsbedingungen stimmen, die Ausschüttung von Melatonin, dem Schlafhormon. Melatonin macht dich müde und hilft dir beim Einschlafen. Dafür braucht es möglichst wenig Licht. Gerade das blaue Licht elektronischer Geräte bremst die Melatoninproduktion.
Ist dieser Rhythmus gestört, etwa durch unregelmäßige Aufstehzeiten, künstliches Licht am Abend oder wechselnde Schichten, verschiebt sich auch die Phase, in der Melatonin wirkt. Einschlafen, Tiefschlaf und Schlafqualität können sich dadurch deutlich verschlechtern.

Abbildung aus dem Schlafkapitel: Wie dein Körper aus der Aminosäure Tryptophan über Serotonin abends Melatonin bildet.
Das hier ist keine Kostprobe, sondern die vollständige Anleitung aus dem Werkzeugkoffer, inklusive der Begründung, warum sie funktioniert.
In akuten Momenten bringt es wenig, sich einzureden, ruhig zu bleiben. Dein Körper ist bereits im Alarmmodus, Adrenalin ist ausgeschüttet, die Aufmerksamkeit ist auf Alarm geschaltet. Da bleibt kein Platz im Gehirn für „das wird schon". Wirksamer ist es, den Körper direkt über physiologische Mechanismen zu regulieren, und dafür ist die Atmung der direkteste Zugang.
Der Grund ist ein Regelkreis zwischen Atmung und Herzschlag: Beim Einatmen steigt die Herzfrequenz, beim Ausatmen sinkt sie. Wenn du deutlich länger ausatmest als einatmest, signalisierst du deinem Gehirn, das Herz langsamer schlagen zu lassen. Das wirkt nicht nur psychologisch, sondern unmittelbar physiologisch.
Bereits nach kurzer Zeit sinkt dein Puls und dein Kopf wird klarer. Anfangs ist es schwer, den Atem 6 Sekunden zu halten und 8 Sekunden auszuatmen. Du kannst statt Sekunden auch eigene Zeiteinheiten nehmen. Die Hauptsache ist, dass du länger aus- als einatmest. Forme dabei die Lippen zu einer Spitze und lass den Atem so langsam wie möglich entweichen.
Vier Sekunden durch die Nase ein, acht Sekunden durch den Mund aus. Das funktioniert auch mitten im Vorstellungsgespräch, zum Beispiel während die andere Person redet. Niemand wird etwas bemerken, und du beruhigst dich zuverlässig.
Ich habe diese Technik während meiner Ausbildung zur Fachkraft für Stress- und Burnout-Prävention gelernt und dann den Fehler gemacht, sie nicht in akuten Situationen anzuwenden. Oft verhindert unser Gedankenkarussell, dass wir überhaupt daran denken. Wir greifen lieber auf beruhigende Gedanken zurück. Die Atemtechnik funktioniert effizienter.
Hinweis: Atemübungen mit Luftanhalten sind nicht für jeden geeignet. Bei Schwangerschaft, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Epilepsie, Asthma, Panikstörungen oder niedrigem Blutdruck bitte vorher ärztlich abklären. Brich die Übung ab, wenn Schwindel auftritt. Das Buch enthält dazu einen eigenen Anhang mit Kontraindikationen.
Ernährung wird in Stressratgebern meist als Randnotiz behandelt. Dabei sitzt dort einer der wenigen Hebel, die täglich mehrfach zur Verfügung stehen.
Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse stehen Magen-Darm-Trakt und zentrales Nervensystem in ständiger Kommunikation. Milliarden von Bakterien, die unsere Darmflora bilden, sind aktiv an der Produktion von Botenstoffen wie Serotonin, Dopamin oder GABA beteiligt, also an Neurotransmittern, die unsere Stimmungslage beeinflussen.
Etwa 90 Prozent des körpereigenen Serotonins werden im Darm gebildet. Eine gestörte Darmflora, die beispielsweise durch zu viel Zucker, Alkohol oder stark verarbeitete Lebensmittel entsteht, kann daher direkt auf unsere mentale Stabilität wirken.
Tryptophan ist die Aminosäure, aus der dein Körper Serotonin und daraus abends Melatonin bildet. Sie steckt in Haferflocken, Bananen, Hülsenfrüchten und Nüssen. Damit Tryptophan verlässlich die Blut-Hirn-Schranke überwindet, sollte es zusammen mit kohlenhydratreichen Lebensmitteln aufgenommen werden.
Der Grund: Tryptophan konkurriert mit anderen Aminosäuren um den Weg ins Gehirn. Durch die Insulinausschüttung nach Kohlenhydraten gelangen die konkurrierenden Aminosäuren eher in die Muskeln, und der Weg zum Gehirn ist für das Tryptophan frei.
Was du mitnimmst
Ausstattung
Die Praxisguides zu Stress-Selbstcheck, Autogenem Training und Progressiver Muskelentspannung sind ausfüllbare PDFs. Die QR-Codes dafür stehen an den passenden Stellen im Buch.

Über mich
Die meisten Methoden aus diesem Buch wende ich selbst regelmäßig an. Ich arbeite seit dreizehn Jahren im Gesundheitswesen, führe ein Team und kenne Phasen, in denen Erholung schwerfällt. Manches, was gut klingt, hat sich dabei nicht bewährt. Auch das steht im Buch.
Wenn du Fragen zum Buch hast oder wissen willst, ob eine Begleitung für dich passt, schreib mir einfach.
Der Amazon-Link wird eingesetzt, sobald das Buch gelistet ist.